Gastbeitrag von Sascha Hüsing (@hobbbes)
Vor ein paar Wochen überlegte ich, ob ich mir und wenn, welches Gadget als nächstes kaufen möchte bzw., ob meine aktuell vorhande Hardware noch den Ansprüchen meiner momentanen Lebenssituation genügt. Da sie dies nicht tat, gingen meine Überlegungen in den Bereich eines MacBookAirs, mit einem 11 Zoll Display und maximalem RAM, oder eines iPad2s 3G xGB Speicher.
Nach langem Hin und Her ist es dann ein iPad2 3G 64GB geworden. Ich habe mir das größte iPad2 angeschafft, da ich möglichst flexibel sein will und nicht in einem halben Jahr feststellen möchte, dass ich zu wenig Speicherplatz habe. Die Option Video ist zwar (noch) nicht in meinem Fokus, aber wer weiß, was noch alles passieren mag.
iPad im Stress-Test auf der re:publica 2011
Also bin ich ein kleines Risiko eingegangen und habe lediglich mein iPad2, mein iPhone4 und meinen BlackBerry Bold 9700 (als Backup) auf die re:publica 2011 mitgenommen.
Kann man wirklich komplett in der Cloud leben und ist man mit einer Internetverbindung und einem iPad voll aktionsfähig?
Diese Frage habe ich mir vorher gestellt und von meinen Erfahrungen berichte ich:
Zugegeben, von dem Wort „Klassentreffen“ halte ich nicht viel. Es geht immer nur um das eine Thema: „Ich zeig’ Dir meins (Haus/Auto/Karriere)“ und „Du zeigst mir Deins“ – obwohl es mich in keiner Weise interessiert. Aber auf der diesjährigen re:publica habe ich eine neue Bedeutung dieser „Klassentreffen“ entdecken können. Ich saß mit Christian Fürstenau (@cfuerstenau) und Tim Krischak (@t_krischak) zusammen im Friedrichstadtpalast und wir warteten auf den Beginn einer Session.
Wir alle packten unsere iPads aus und jeder tippe/wischte auf seinem Display herum, um die Wartezeit zu verkürzen oder einfach mal die Gelegenheit zu nutzen, seine bis dato liegengebliebene Arbeit zu sichten. Dabei kommunizierten wir nebenbei, streng nach der twittergewohnten Multitasking-Regel „alles in 140 Zeichen“, über unsere installierten Apps und deren Nutzen. Natürlich ist nicht viel von den Tipps in meinem Kopf hängen geblieben, daher poste ich mal meinen Homescreen.
iPad-App Grundausstattung enttäuschend
Von der App-Grundausstattung des iPads war ich ein wenig enttäuscht, nicht mal ein Taschenrechner war installiert und eine simple Wetter-App gab es auch nicht. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass ich nicht viel Geld für Apps investieren möchte, da es schnell ein Fass ohne Boden werden kann. Also ging die Suche bei den kostenlosen Apps los.
Kostenlose iPad-Apps, die ich nutze:
- TeamViewer –free- um eine Kommunikation zu meinem Rechner zu Hause herzustellen
- DropBox für meine Businessdaten in meiner Cloud (-> wichtig ist hierbei der WebDav Service von Dropdav, denn ohne diesen klappt die DropBox nur im Read only Modus)
- Remote ist selbsterklärend
- HotSpotFinder ist zwar eine iPhone-App, aber klappt auch gut auf dem iPad, ABER man braucht eine funktionierende Datenverbindung, damit das Programm funktioniert…mehr sage ich nicht dazu.
- SugarSync das selbe wie die DropBox, aber im Alltag ein wenig handlicher, wenn man es versteht, diese App richtig zu nutzen
- EveryAir habe ich bis heute noch nicht benutzt
- Sport1 ist selbsterklärend und ist eine ausreichende App, um Sportergebnisse zu erfahren
- Tagesschau auch noch nie genutzt, aber der Zeitpunkt wird kommen
- npr siehe Tagesschau ;)
- ebay wenn man mal etwas sucht, aber ich habe bisher nichts gesucht
- shopshop kenne ich vom iPhone, aber habe es noch nicht genutzt
- wunderlist: eine mächtige App, aber bis ins kleinste Detail habe ich diese noch nicht nutzen können, aber die Zeit ist reif
- Telefonbuch kann man immer gebrauchen
- Windowshop finde ich eine richtig gute App im Bereich Amazon, habe aber festgestellt, dass ich auf der Internetseite lieber suche als in der App
- Aweditorium eine komplett andere Art, Musik zu entdecken…
- ReadItLaterFree reicht für mich komplett aus
- DB Navigator für mich DIE App schlechthin. Wenn man viel und ich meine wirklich viel in der Bahn unterwegs ist, dann geht es nicht ohn
- Gowalla finde ich gut umgesetzt, wenn man nicht schon mit dem iPhone eingeloggt ist, dann eben per iPad
- Camera Plus eigentlich für das iPhone gedacht, aber klappt auch bestens mit dem iPad
- Pic Grunger neue Bilder auf alt trimmen -> iPhone-App
- Vint B&W auch für das iPhone, aber bessere Schwarz-Weiß-Bilder kann man nicht machen
- Halftone habe ich kostenlos bekommen, hier kann man Fotos zu Comics umwandeln
- PS Express Finetuning für Fotos, super App
- Facebook schon eine schlimme iPhone App, für das iPad gibt es nichts Offizielles, finde ich eher peinlich für einen solchen “Weltkonzern”, aber eben eine Alternative zur Webanwendung
- Echofon bei den Twitterclients muss man leider selber sehen, was einem gefällt oder auch nicht
- Tweetdeck siehe Echofon
- HootSuite finde ich persönlich nicht so gut, sehr unübersichtlich, aber ich lasse mir immer gerne Alternativen installieren, wenn es mal mit den Standard-Apps nicht klappt…
- Pulse news viele schwören auf pulse, ich finde aber Flipboard besser
- Flipboard meine bevorzugte “Schmöker”-App. Zeitung lesen Web 2.0
- Twitter noch benutze ich diese App als meinen Standardclient, aber ich bin auf der Suche nach einer besseren Alternative
- Zite auch eine News-App für das iPad, hat mich aber auch noch nicht überzeugt
- Q&A (SQuestions) ist die App für Quora, da sich Quora mir noch nicht erschlossen hat, hat es die App auch noch nicht…
- WeatherHD eine von vielen Wetter-Apps, sehe nicht ein, etwas für das Wetter zu zahlen; ist zwar hübsch, aber man kann sich in der freien Version nur zwei Städte anzeigen lassen
- myTaxi gute Idee, aber bisher hat es immer mit dem altbewährten „Arm hochhalten“ funktioniert
- GoSkyWatchPlanetarium unglaubliches Planetarium, beeindruckend und ich habe mich schon oft damit am Abend auf dem Balkon vergnügt, die Sterne-App für mich
- Boxcar diese App pushed einfach alles und sehr zuverlässig
Das waren also meine freien Applikationen auf meinem iPad. 50 € habe ich dann noch in folgende Apps investiert.
gekaufte iPad-Apps
- iWork Packet: Pages, Numbers, Keynote
- GoodReader: der einfach alles öffnet, was man will und das Tool schlechthin ist, wenn man es mal richtig konfiguriert hat (was frustierend viel Zeit in Anspruch nehmen kann)
- RealRacing2 HD: das Autorennspiel schlechthin.Macht riesigen Spaß on-/offline und per GameCenter kann man noch „Punkte“ erspielen und sich mit seinen Freunden messen. Auch im Lokalen Lan/WLan klappt es richtig gut. Habe ein wenig vermisst, dass sich keine Interessensgemeinschaft auf der re:publica gefunden hat, eine Runde gegeneinander zu fahren, also z.B. Blogger gegen PRler oder wie auch immer…
- Die Siedler: Kenne ich noch aus meinen alten Zeiten, dachte es packt mich wieder, aber hänge noch im Tutorial fest und glaube, dass es eine Fehlinvestition war
- iMovie
Fazit
Mit den oben genannten Apps auf dem iPad bin ich dann nach Berlin gefahren und mein Fazit ist, dass ich operativ alleine mit dem iPad2 sein kann. Ich konnte alle meine Mails beantworten, sogar komplizierte Exceldateien bearbeiten, speichern und versenden.
Aber ohne eine externe Tastatur ist man ein wenig aufgeschmissen. Für kurze Texte eignet sich die Displaytastatur schon, aber bei einem umfangreicheren Text stört das Tippen auf dem Glas. Meine Empfehlung: Die Anschaffung einer Bluetoothtastatur lohnt sich.
Die beste Entscheidung war es zudem, sich für das 3G Modell zu entscheiden, denn ohne Netz ist man mit dem iPad aufgeschmissen. Die Apps verlangen eine ständige Onlineverbindung und wie dieses Jahr oftmals geschehen, kann man sich auf das WLan der re:publica nicht verlassen.
Eine spritzwasserdichte Tasche und ein Displaytuch sollten in der Grundausstattung ebenfalls nicht fehlen, ebenso ein zweites Ladegerät. Das SmartCover ist smart, aber mein graues hat schon erhebliche Gebrauchsspuren hinsichtlich Schmutz und Druckerschwärze, daher eignet sich ein LederSmarCover eher, aber wenn man € 70 dafür investiert, dann finden sich im Zubehör bessere Alternativen für dasselbe Geld.
Ein/e Kongress/Messe/BarCamp/Twittwoch/etc. macht meiner Meinung nach nun noch mehr Spaß, als nur mit dem iPhone oder dem Laptop. Ein Tablettcomputer ist unschlagbar hinsichtlich Mobilität und Gewicht. Die angegebenen 10h Akkulaufleistung kann ich bestätigen, denn ich kam an keinem der Tage in die Verlegenheit, mir eine freie Steckdose suchen zu müssen.
Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass mehr Apps auf das iPad abgestimmt sind und einige, für mich wichtige Softwarenbieter eine iPad-Version/-App ihrer Software anbieten, sodass ich nur noch ein Tablett sowohl als Arbeits- als auch als Freizeitrechner nutzen kann.
Sascha Hüsing (@hobbbes)



