13 Okt, 2010
Checkliste: 10 Tipps für die Einführung von Social Media im Unternehmen
Posted by: Tim Krischak In: Enterprise 2.0|interne Kommunikation|Monitoring|Public Relations|Social Media Strategie
Social Media sind nun bei vielen Unternehmen angekommen. Aber sind sie auch schon im Unternehmen angekommen?
Eine Faceobook-Seite und ein Twitter-Account sind zwar schnell eingerichtet, aber ein “Schnellschuss” kann auch leicht nach hinten losgehen. Und zwar wenn Unternehmen und Mitarbeiter nicht genügend vorbereitet sind. Bestenfalls bleiben die Social Media Aktivitäten unentdeckt. Schlimmstenfalls wird die Reputation des Unternehmens beschädigt.
Darum ist es klug die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen bevor man ins Social Web startet. Eine gute Vorbereitung hilft die wichtigsten Fallstricke zu umgehen.
Diese Checkliste soll einige Anregungen dazu liefern. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann sicher noch ergänzt werden.
1. Möchten Sie öffentliche Dialoge im Internet führen?
Social Media bedeutet Dialog-Kommunikation. Wollen Sie öffentlich sichtbaren Dialog mit Kunden, Partnern und mit Kritikern führen? Wenn nicht, sind Social Media kein geeignetes Kommunikationsinstrument für Sie. Dann konzentrieren Sie sich besser auf andere Instrumente der Unternehmenskommunikation.
2. Warum möchten Sie öffentliche Dialoge im Internet führen?
Haben Sie sich schon Gedanken über die Ziele gemacht, die Sie mit dem Kommunikationsinstrument erreichen wollen? Kommunikation ist kein Selbstzweck. Definieren Sie Ziele. Das macht vieles einfacher, auch im Social Web. Die neuen Medien ermöglichen den Dialog mit echten Menschen. Überlegen Sie mit wem Sie sprechen wollen und warum.
3. Welche zusätzliche Ressourcen können bereitgestellt werden?
Viele Angebote im Social Web kann man kostenlos nutzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Kommunikation nichts kostet. Denn der Aufbau und die Betreuung der Kanäle ist zeitintensiv. Das erledigt man nicht nebenher. Social Media sind nichts um Geld zu sparen. Sie brauchen zwar kein großes Budget, aber Sie brauchen Budget. Wenn Sie über kein Budget verfügen, dann vergessen Sie Social Media, oder besorgen Sie sich welches.
4. Wie werden Ihre Mitarbeiter geschult?
Starten Sie nicht mit Mitarbeitern, die sich noch nie im Social Web bewegt haben. Geben Sie ihnen die Möglichkeit sich mit Technik, Gepflogenheiten und dem Kommunikationsstil im Social Web vertraut machen, bevor sie im Namen des Unternehmens sprechen. Seminare und Trainings können das nötige Handwerkszeug liefern (siehe vorheriger Punkt).
Im Anschluss sollte genügend Zeit sein das Gelernte auszuprobieren. Sinnvollerweise zunächst einmal im Sandkasten. Also mit Profilen, die noch keine Rückschlüsse auf Unternehmen und Marke zulassen.
5. Vertrauen Sie eigentlich ihren Mitarbeitern?
Wenn Sie Social Media Dialog wollen, dann ist Vertrauen in ihre Mitarbeiter wichtig. Warum? Heute bedeutet Online-Kommunikation Kommunikation fast in Echtzeit. Herkömmliche Abstimmungsschleifen und Freigabeprozesse funktionieren nicht. Nicht alles was von Mitarbeitern nach außen getragen wird kann vorher kontrolliert werden. Damit Mitarbeiter zeitnah kommunizieren können benötigen sie einen gewissen Handlungsspielraum. Guidelines können zwar einen Orientierungsrahmen bieten. Aber besser Sie Schulen ihre Mitarbeiter gut. Dann werden sie im Zweifelsfall die richtige Entscheidung treffen.
6. Liegen erste Inhalte und ein Redaktionsplan vor?
Bevor ihre Social Media Präsenz online geht sollten erste Inhalte vorhanden sein. Fünf bis sieben Einträge reichen für den Start. Aber stellen Sie auch sicher, dass kontinuierlich Inhalte nachgeliefert werden. Ein Redaktionsplan kann zum Start hilfreich sein. Die zeitlichen Abstände zwischen den Veröffentlichungen sollten etwa gleich groß sein. In welcher Frequenz Sie veröffentlichen hängt von Ihrer Manpower ab.
Grober Richtwert für ein kleines Unternehmen:
Blog: mind. 1 x ein Beitrag pro Woche, besser mehr
Twitter: mind. 1 Tweets am Tag, besser mehr
Facebook: mind. 3 Beiträge pro Woche, besser mehr
Ist nicht genügend Manpower vorhanden ist, dann beschränken Sie sich besser auf weniger oder gar nur einen Kanal.
Apropros Inhalte: Haben Sie sich eigentlich schon Gedanken über Inhalte gemacht? (Siehe auch Punkt 2)
7. Wie überzeuge ich meine Mitarbeiter?
Es ist wichtig Mitarbeiter frühzeitig in die Planung mit einzubeziehen. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern warum das Thema für Ihr Unternehmen wichtig ist und was Sie sich davon versprechen. Ein interner Workshop kann dabei helfen die Akzeptanz im Unternehmen zu erhöhen. Machen Sie Betroffene zu Beteiligten. Versuchen Sie auch die Skeptiker an Bord zu holen. Das wird Ihnen nicht in jedem Fall gelingen. Aber es ist wichtig die Deutungshoheit zu dem Thema nicht den Kritikern zu überlassen. Überlegen Sie welche Einwände Kritiker äußern werden. Zeigen Sie, dass Ihnen die Probleme bekannt sind und nennen Sie Lösungsansätze. Setzen sie einen positiven Anker. Präsentieren Sie Best-Practice Beispiele.
Wichtig ist, dass Sie als Projektverantwortlicher die Deutungshoheit behalten. Deshalb sollten Sie zu dem Thema besser als Ihre Mitarbeiter informiert sein. Holen Sie sich Hilfe. Externe Beratung kann an dieser Stelle sinnvoll sein.
8. Haben Sie einen Krisenplan?
Was passiert eigentlich wenn Ihr Unternehmen morgen in eine Kommunikationskrise gerät? Rechnen Sie damit, dass ihre Social Media Kanäle zu einem wichtigen Schauplatz werden. Am besten Sie arbeiten einen kleinen Krisenplan aus. Kurze Wege sind wichtig, denn Geschwindigkeit zählt.
9. Betreiben Sie eigentlich Social Media Monitoring?
Durch ein Monitoring erfahren Sie was und wie über ihr Unternehmen im Social Web geredet wird. So können Sie Ihre Online-Reputation überwachen und erkennen Probleme frühzeitig.
Sie sollten auch Monitoring betreiben wenn Sie noch nicht selbst im Social Web aktiv sind. Monitoring ist nicht die Kür sondern Pflicht!
10. Welche Maßnahmen werden getroffen um ihre Social Web Präsenz(en) bekannt zu machen?
Verlassen Sie sich nicht darauf, dass ihre Social Media Kanäle schon von den richtigen Besuchern gefunden werden. Gerade am Anfang ist es wichtig ihre Kanäle aktiv zu bewerben. Machen Sie auch mit anderen Instrumenten auf die neuen Kanäle aufmerksam. Seien Sie kreativ. Eine gute Idee und außergewöhnliche Kampagne zum Start schafft die nötige Aufmerksamkeit, die Sie gerade zu Beginn gut gebrauchen können um Fans u. Follower zu gewinnen.
Aber das bitte nur wenn Sie vorher all ihre Hausaufgaben gemacht haben!
Ich bin gespannt auf Feedback und Ergänzungen. Was sollte man unbedingt klären, bevor man im Social Web aktiv wird? Welche Erfahrungen habt Ihr mit Unternehmen die einfach mal loslegen wollen?
Zum Weiterlesen:
How to educate your Boss – 10 Überzeugungsstrategien
How to edeucate your Boss – Change Agents
How to educate your boss……and your colleagues for that matter…
NPO Blogparade “Social Media: wie überzeuge ich meinen Chef?„




