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22 Jun, 2013

Grimme Online-Award 2013: Der Postillon und (#) sind Preisträger

Posted by: Tim Krischak In: Veranstaltungen

Grimme Online Award 2013 - Preispate Jan Hofer

Gestern Abend wurde in Köln der Grimme Online-Award 2013 verliehen. Das ist der kleine Bruder des Grimme-Fernsehpreises. Er wird jedes Jahr vom Grimme-Institut verliehen und zeichnet Inhalte von besonderer Qualität aus.

Mich hat besonders gefreut, dass “Der Postillon” und “#aufschrei” unter den Preisträgern waren.

Der Postillon

Der Postillon ist ein Satire-Blog, dass mir schon viel Freude bereitet hat. Der Macher Stefan Sichermann hat gleich doppelt abgeräumt. Zusätzlich zum Publikumspreis wurde “Der Postillon” von der Jury in der Kategorie “Information” ausgezeichnet.

Preisträger Stefan Sichermann auf der Bühne mit Moderator Markus Kavka und Preispatin Caroline Kebekus

Preisträger Stefan Sichermann auf der Bühne mit Moderator Markus Kavka und Preispatin Caroline Kebekus

In der Begründung der Jury heißt es:

“Die Ironie ist in Gefahr, in der Informationsflut zu ertrinken. Aber “Der Postillon” hat ihr ein Rettungsboot geschickt. [...]
Aus der glossierenden Perspektive betrachtet, verliert täglich mindestens eine News ihre Verkleidung, die ihr in Pressestellen und Redenschreibstuben umgehängt wurde…”

#aufschrei

Mit #Aufschrei wurde erstmalig ein Hashtag (#) nominiert. Auf der Bühne standen drei der Initiatoren und nahmen den Preis stellvertretend für viele Twitter-Nutzer entgegen, die sich an #aufschrei beteiligt haben.

Und so wurde ein spontaner #aufschrei gegen Sexismus im Alltag gestern Abend zu einem Freudenschrei:

#aufschrei - Grimme Online Award 2013

Die Resonanz zur Auszeichnung von #aufschrei auf twitter

Begründung der Jury:

“Ausgezeichnet wird eine gesamtgesellschaftlich in aller Breite geführte Diskussion, die im Web mitgezündet wurde, bei Twitter unter dem Hashtag #aufschrei an Dynamik gewann, sämtliche Mediengrenzen übersprang. [...] Die Gewinner des Grimme Online Award 2013 in der Kategorie Spezial sind folgerichtig viele [...] Dabei belegt #aufschrei eindrucksvoll, wie der Brückenschlag zwischen digitalem Resonanzraum und arrondierenden publizistischen Leistungen gelingen kann.”

Mit Nominierung eines Hashtags wurde ein öffentlicher Diskurs ausgezzeichnet

Mit der Nominierung und Auszeichnung eines Hashtags die kollaborative Leistung vieler zu würdigen gefällt mir. Damit wurde nicht ein einzelnes Medienprodukt, sondern ein öffentlicher Diskurs ausgezeichnet. So etwas ist nur im Netz möglich. Und das steht einem Online-Award gut.

Es gab viele viele weitere spannende Projekte, die an dem Abend nur kurz vorgestellt werden konnten. Einige werde ich mir in nächster Zeit bestimmt näher ansehen.

Eine Übersicht gibt es hier:

Die Preisträger des Grimme Online-Award 2013

Die Preistträger:

Kurzbeschreibung und Jurybegründung: Der Postillon

Kurzbeschreibung und Jurybegründung: #aufschrei

Der Postillon – Ehrliche Nachrichten, unabhängig, schnell, seit 1845

#aufschrei bei Twitter

Das war eine schöne Veranstaltung. Danke für die Einladung.

Fotos: Kai Heddergott

2 Responses zu "Grimme Online-Award 2013: Der Postillon und (#) sind Preisträger"

1 | Frank StratmannNo Gravatar

Juli 1st, 2013 at 20:08

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Lieber Tim, Du verwendest hier aber das inoffizielle Logo für Internet, was mich tatsächlich hat aufhorchen lassen. Denn ich las Grimme Online Award + (#). Gemeint war aber #aufschrei. Mehr dazu gab es ja bei der #rp13 und hier der Link zu Sascha Lobos Projekt http://internet-logo.org

2 | Tim KrischakNo Gravatar

Juli 2nd, 2013 at 08:18

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Das ist vollkommen richtig. Damit sollte vor allem dargestellt sein, dass ein Hashtag den Grimme Preis gewinnt. #aufschrei als solches finde ich aus Kommunikationssicht semi-interessant. Das ein Hashtag den Preis verliehen bekommt aus meiner Sicht jedoch sehr. Das ein Diskurs, für einen Preis ausgelobt wird und Preisträger viele sind, weil sich um ein gemeinschaftlich hergestelltes “Produkt” handelt, ist etwas ziemlich Neues. Und ein solches Produkt auf diese Weise herzustellen,ist so nur mit dem Internet möglich. Deshalb habe ich mich in der Überschrift für das (#) entschieden. Denn so ist auch (#) Preisträger.

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Tim Krischak

Tim Krischak

...kommt aus Essen, arbeitet als freier Berater für Digitale Kommunikation und schreibt hier seit 2008 über Kommunikation in der neuen Medienwelt.

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E-Mail: tim@krischak.net



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