Kommunikation – zweinull


Digitale Kommunikation, Social Media, Beratung & Training

09 Apr, 2009

Kommunikationstopologien – oder von Ameisen und Löwen

Posted by: Tim Krischak In: Enterprise 2.0

Während die Massenmedien in erster Linie Kommunikation one-to-many ermöglichen (einer spricht zu vielen, der Rückkanal fehlt) stellt sich die Kommunikationssituation im Netz grundlegend anders dar. Was Berthold Brecht bereits in den dreißiger Jahren in seiner Radiotheorie formulierte ist mit dem Web 2.0 nun umgesetzt.

Jeder Empfänger wird zu einem potentiellen Sender!

Diese Art der mediengestützten Kommunikation hat überall dort, wo sie Anwendung findet folgen. So z.B. in der politischen Kommunikation, in den Nachrichtenmedien oder in der Unternehmenskommunikation.

Denn Kommunikationsverhältnisse stehen immer auch im Zusammenhang mit Machtverhältnissen.

In Elle Trudes Blog habe ich eine smarte Präsentation gefunden, die beide Kommunikationsformen anschaulich gegenüberstellt.

Mir stellt sich nun folgende Frage: Spiegeln sich die Machtverhältnisse in den Kommunikationsverhältnissen, oder ist es auch möglich durch die Veränderung der Kommunikationsverhältnisse Machtverhältnisse zu ändern?

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1 | SvenNo Gravatar

April 30th, 2009 at 07:52

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Nur weil jeder Mensch ein potentieller Sender sein kann, bedeutet dies nicht, dass damit auch Machtverhältnisse neu gemischt oder verteilt werden können.

Natürlich ist durch die Möglichkeit jederzeit alles zu empfangen und mit eigener Meinung weiterzusenden ein bisher noch nie erreichter Freiraum möglich – dieser bezieht sich jedoch eher auf eine gefühlte Machtstellung und Eingriffsmöglichkeit, als auf eine reale.

Man sagt viele Köche verderben den Brei – So wird ein Unternehmen kaum schlagkräftig sein, wenn 200 Mitarbeiter Ihre Ideen umsetzen wollen – hier benötigt es einen Filter um eine Auswahl zu treffen und einen Motor für die spätere Umsetzung – also old shool.

Hinsichtlich der Politik darf erst Recht bezweifelt werden, dass sich die alten Strukturen lösen. Bei der Wahl wird seit jeher das Kreuz dort gemacht, wo man ggf. persönlich am meisten profitiert. Und wenn man aktuell bleiben will : Solange wenige für viele entscheiden können wer Milliarden bekommt und wer dafür bezahlt…. Solange bleiben wir Ameisen die nur aufgeregt um Ihren Hügel laufen und Angst vor dem Löwen in der Nähe haben.

2 | Tim KrischakNo Gravatar

Mai 22nd, 2009 at 12:59

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Lieber Sven, vielen Dank für Deinen Kommentar, sorry für die späte Antwort.

In unserem System der repräsentativen Demokratie ist es tatsächlich so, dass wenige für viele entscheiden.

Mit der flächendeckenden Verbreitung des Internets ist es nun theoretisch möglich geworden die Bürger (den Demos) zu Sachfragen direkt abstimmen zu lassen. Das basisdemokratische Element der Volksabstimmung wird in der Schweisz schon länger praktiziert.
Durch die neuen Medien kann die Umsetzung um ein vielfaches vereinfacht werden.

So ist es, zumindest theoretisch möglich, dass nicht mehr wenige für viele-, sondern viele für viele entscheiden. Ob das Ganze politisch gewollt und von den Bürgern angenommen wird steht noch einmal auf einem anderen Blatt.

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Tim Krischak

Tim Krischak

...kommt aus Essen, arbeitet als freier Berater für Digitale Kommunikation und schreibt hier seit 2008 über Kommunikation in der neuen Medienwelt.

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