31 Mai, 2010
Re-Design: Greenpeace startet Logo-Wettbewerb für Kampagne gegen BP
Posted by: Tim Krischak In: Kampagnen|politik 2.0|Public Relations|Social Media-Cases
Wenn Unternehmen versuchen sich ein ökologisches Image zu geben, obwohl sie nicht ökologisch handeln wird dies auch als Greenwashing bezeichnet. Das man ökologisch verantwortungsvoll handelt und die Umwelt schützt wird dann zu einer Kernaussage der PR- und Werbemaßnahmen.
Zum Beispiel hat sich der BP Konzern im Jahr 2000 durch ein Re-Design des Corporate Designs um einen grünen grüneren Anstrich bemüht. Das Firmenlogo wurde durch ein Logo ersetzt, das an eine Sonne und Blume erinnert.
Das Logo sollte das neue ökologische Image des Konzerns symbolisieren. Neben anderen weiteren Maßnahmen wurde auch der Name des Konzerns geändert: Aus “British Petroleum” wurde “Beyond Petroleum” und so das Versprechen formuliert Öl als Energieträger hinter sich zu lassen und vermehrt in erneuerebare Energien zu investieren.
An dieser Stelle setzt die aktuelle Kampagne von Greenpeace UK an. Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Denn durch das Öldesaster im Golf von Mexiko ist der BP-Konzern heftig in die Kritik geraten und hat schon einen erheblichen Image-Schaden erlitten.
Und Greenpeace legt nach: Strategisch geschickt und taktisch zum richtigen Zeitpunkt weißt man nun auf weitere umweltschädliche Aktivitäten des BP-Konzerns hin, nämlich auf den Abbau von ölhaltigem Tar-Sand in Kanada.

Damit ist die Botschaft klar formuliert: BP ist kein grüner Konzern, sondern setzt auf Profit zu Lasten der Umwelt.
Den Widerspruch zwischen grünem Image und öffentlich wahrgenommenen umweltschädlchem Verhalten kann sich Greenpeace zunutze machen um den Konzern zu attackieren.
Greenpeace UK fragt nun “What’s behind BP’s logo?” und ruft zum Re-Design Wettbewerb des BP-Logos auf. Es werden Vorlagen für die gängigen Grafikprogramme zur Verfügung gestellt. Die besten Logos werden für weitere Aktionen im Rahmen der Kampagne gegen BP eingesetzt.
Einige Arbeiten gibt es bereits hier zu sehen:
(via Visual Blog)
Wieder einmal spielen die Kommunikatoren von Greenpeace strategisch und stimmig auf der Klaviatur von Social Media. Dieses Lied handelt von einer Demaskierung.
Etwas unstimmig ist es aus meiner Sicht jedoch, dass viele Fotos von Greenpeace bei Flickr mit einem Copyright Hinweis eingestellt werden.
Mit einer CC-Lizenz würde man auch Bloggern die Verwendung des Bildmaterials ermöglichen. Das würde dazu beitragen die Fotos, und damit die Sicht von Greenpeace, viral im Web zu verbreiten. Auch die hervorragenden Greenpeace-Fotos des Deepwater Horizon Desasters können von Bloggern aufgrund der fehlenden CC-Lizenz nicht verwendet werden.
BP hingegen stellt sein Bildmaterial, und damit seinen Blick auf die Dinge, zur freien Verwendung zur Verfügung. Warum nicht auch Greenpeace?
Zum weiterlesen:
taz: Greenwash von BP – Klarsicht dank Ölteppich
Themenblog: BP sucht vergebens die Tankstelle zur Image-Politur
Design Bot: Redesign des BP Logo
Karsten Fuelhaas: BP- Das Web schlägt zurück
PR Blogger: Die Mundpropaganda und das Böse
Culture Jamming: Krieg der Zeichen
Umberto Eco: Für eine semiologische Guerilla (1967) in: Ders.: Über Gott und die Welt, Hanser 2004
(Foto cc by USCGD8)





