13 Nov, 2012
Rückblick auf das Monitoringcamp 2012: Was wir messen wollen, und wie wir messen können #moca12
Posted by: Tim Krischak In: Measurement
Letzte Woche war ich beim Monitoringcamp in Hamburg, dem ersten Themencamp in Deutschland, bei dem es um Social Media Monitoring u. Erfolgsmessung ging. Zwei Tage lang hatten wir Gelegenheit uns auszutauschen. Wie bei einem Barcamp üblich, gab es kein zuvor festgelegtes Programm, sondern die einzelnen Sessions wurden am Tag der Veranstaltung festgelegt.
Den größten Redebedarf gab es anscheinend zu den Themen Technik(en) / Tools (Wie können wir messen?) und Kennzahlen (Was wollen wir messen?).
Beide Themen zogen sich wie ein roter Faden durch die Sessionplanung:

CC-BY: Malte Klauck
Wer Social Media-Kommunikation in ein Unternehmen integrieren möchte, muss Maßnahmen evaluieren und den Erfolg darstellen. Social Media Monitoring liefert die dazu nötigen Werkzeuge:
1. Was wollen wir messen?
1.1 Abteilungs-KPIs für Social Media
Welche Abteilungen können von Social Media profitieren, und welche Kennzahlen (KPI) sind jeweils geeignet? Diese Fragen wurden in der Session diskutiert,
die Anja Beckmann und Markus Kucborski moderiert haben.
In der Session wurde deutlich, dass Social Media-Kommunkation eine Querschnittfunktion und Werttreiber für verschiedene Abteilungen sein kann. Darin liegt zugleich die Herausforderung, dass Silo-Denken einzelner Abteilungen zu überwinden. Wie aus dem Kreis der Teilnehmer berichtet wurde, haben bisher erst wenige Unternehmen abteilungsübergreifende Social Media-Boards eingerichtet.
Eine Mitschrift der Abteilungs-Kennzahlen (alles Beta) gibt es bei Karin Windt.
1.2 Wie baue ich eine Balanced Scorecard für Social Media auf?
Mit dieser Frage hat sich Stefan Klix im Rahmen seiner Masterarbeit beschäftigt, während er eine Balanced Scorecard mit einem Unternehmen entwickelt hat. Dabei hat er sich nicht auf Kennzahlen beschränkt, die besonders einfach zu messen sind, sondern auch Befragungen in den Evaluationsmethoden-Mix aufgenommen.
Ein Diskussionspunkt in der Session war, wie man zu einer guten Gewichtung der Kennzahlen kommt. In Stefans Blog findet Ihr ein Beispiel-Spreadsheet für eine Social Media Balanced Scorecard. Er freut sich auf Fragen und Anregungen.
2. Wie können wir messen?
2.1 #Fail Was beim Monitoring verlässlich schief get & wo noch Hoffnung besteht
Patrick Bunk berichtete über die technischen Herausforderung beim Datenschürfen:
2.2 Monitoring Battle
Beim Monitoring-Battle hatten 8 Anbieter Gelegenheit Ihr Monitoring-Tool vorzustellen. Mit dabei waren: Brandwatch, Radian6, uberMetrics, VICO, Talkwalker, na media sonar u. BuzzRank. Zu einem vorgegebenen Thema wurden Daten gesammelt, analysiert und anschließend im Plenum präsentiert:
Verschiedene Anbieter kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ich war leider nur zum Teil bei dem Battle dabei. Eine Mitschrift findet man bei Karin Windt.
2.3 Worauf es bei der Auswahl von Social Media Monitoring-Tools ankommt
Anna Maria Zahn stellte in dieser Session Evaluationskriterien vor, die helfen Social Media Monitoring-Anbieter miteinander zu vergleichen:
2.3 Qualitative Analyse
Ein Großteil der Sessions war techniklastig und zahlengetrieben. Das habe ich ähnlich wie Christian de Vries wahrgenommen.
Erfrischend fand ich deshalb die Session von Marc Troemel. Hier ging es nicht nur um das Messen, sondern um das Verstehen mit Hilfe eines Qualitativer Forschungsdesigns und passender Methoden (Netnographie).
Am Beispiel einiger Studien zeigte er, dass man durch Social Media Research Nutzer-Typologien und Erkenntnisse gewinnen kann, die für die Entwicklung von Kommunikationsstrategien hilfreich sind. Qualitative Forschung kann man nicht automatisieren. Dementsprechend aufwändig sind solche Studien.
2.4 Social CRM, Datenschutz
Was dürfen wir messen? In der Session von Thomas Schwenke ging es um die rechtlichen Rahmenbdingungen des Monitorings. Nicht alles was technisch möglich ist, ist in Deutschland erlaubt. So sind geschlossene Bereiche, wie es z.B. manche Foren sind für ein Monitoring tabu.
Eine sehr interessante Session mit vielen Nachfragen. Die Zeit war leider zu knapp. Thomas möchte die einzelnen Punkte der Präsentation in den nächsten Tagen in seinem Blog detailliert ausführen.
2.5 Kostenlose Social Media Monitoring-Tools
Christine Heller (@punktefrau) und ich haben auch eine Session angeboten. Wir haben Tools vorgestellt, die für einen Einstieg ins Monitoring geeignet sind. Hier findet Ihr die Dokumentation der Session: kostenlose Social Media Monitoring-Tools.
Mein Fazit zum Monitoringcamp 2012:
Das Monitoringcamp war eine durchweg gelungene Veranstaltung. Alle Sessions bei denen ich war, fand ich inhaltlich sehr gut. Ich habe nette Menschen kennengelernt und auch jenseits der Sessions spannende Gespräche geführt. Auch der organisatorische Rahmen war klasse. Die Location, das Essen und der Service, alles war prima!
Vielen Dank an das Orga-Team: Silke Schippmann, Stefanie Assmann u. Stefan Evertz!
Danke auch die Sponsoren u. Teilnehmer, die das Monitoringcamp möglich gemacht haben!
Weitere Berichte vom Monitoringcamp:
Birte Frey: Monitoringcamp 2012
Anja Beckmann (PR-Report): Auf der Suche nach den Kennzahlen für Social Media
Christine Heller: Monitoringcamp in Hamburg: Datenschutz, Kennzahlen, eine Menge Tools und Kundenerwartungen
Malte Klauck: Fotos vom Monitoringcamp
Nerotunes: Monitoringcamp 2012 – Rückblick
Andre Luce: Sessionbericht – Qualifizierer qualifizieren – Wie schule ich Codierer?
Björn Negelmann: Social Media Monitoring: Auf dem Weg von der Reporting- zur Handlungsimplikation-Funktion
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