Kommunikation – zweinull


Digitale Kommunikation, Social Media, Beratung & Training

06 Aug, 2008

Die Transportmetapher als implizite Kommunikationstheorie in der Lehre

Posted by: Tim Krischak In: Allgemein

Jochen Robes bespricht in seinem Blogbeitrag das Buch „The Social Life of Information“. Der Autor weißt hier auf ein Zitat der Buchautoren hin. „So zum Beispiel Lernen: Lernen ist mehr als Informationsübertragung, ‚learning involve more than information“‚(S. 125)“.
Ein Hinweis der mir aus der Seele spricht. Und das aus folgenden Gründen:Eines der einflussreichsten Modelle wenn es um die Beschreibung der menschlichen Kommunikation ging, war das Sender-Empfänger Modell von Shanon & Weaver. Dieses Modell stammt aus der Kybernetik und wurde ursprünglich entworfen, Informationsübertragung von Maschinen zu beschreiben um die Kanalkapazität, sowie die Fehlerrate bei der Übertragung zu ermitteln. Dieses Modell hat dann einen Siegeszug in der Beschreibung menschlicher Kommunikation (Transportmetapher) angetreten. Obwohl längst bekannt ist, das ein solches Modell zur Beschreibung menschlicher Verständigungsprozesse viel zu simpel ist, ist die Transportmetapher geblieben.

Das scheint auch noch für das Lernen und Lehren zu gelten. Betrachtet man die Praxis der Lehre an Universitäten oder Schulen, macht es den Eindruck, als sei folgende Vorstellung immer noch das vorherrschende Paradigma. Der Lehrende, welcher im Vergleich zu den Lernenden einen Überschuss an Informationen besitzt, überträgt sein Mehr-Wissen an die Rezepienten, welche die Informationenn aufnehmen. Informationen werden kopiert.
Auch bekannt ist, das Lernen so nicht stattfindet. Trotzdem hat dies kaum Konsequenzen in der Lehrpraxis. Im Schulunterricht und in Universitätsseminaren findet hauptsächlich one-to-many Kommunikation statt. Der Lernende ist zum Rezipienten verdammt.

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Tim Krischak

Tim Krischak

...kommt aus Essen, arbeitet als freier Berater für Digitale Kommunikation und schreibt hier seit 2008 über Kommunikation in der neuen Medienwelt.

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