Kommunikation – zweinull


Digitale Kommunikation, Social Media, Beratung & Training

10 Mrz, 2011

Wortweide – die Spielwiese für Sprachspielkinder und Wortliebhaber: Interview mit Wibke Ladwig

Posted by: Tim Krischak In: Erlesene Fundstücke

Fisimatenten, Schabernack, Gedöns und schnabulieren. Es gibt schöne Wörter, die man viel zu selten hört und liest. Für Sprachspielkinder und Wortliebhaber gibt es jetzt die Wortweide. Dort können  liebgewonnene Wörter gehegt und gepflegt werden. Die Community kann Wörter sammeln und via Facebook und Twitter verbreiten, so dass die Schätze nicht in Vergessenheit geraten.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Wibke Ladwig. Ich habe ihr ein paar Fragen zum Hintergrund des Projekts gestellt.

Wibke, wer bist Du und was machst Du?
Mein Name ist Wibke Ladwig. Ich bin Gründerin und Inhaberin der Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt in Köln. Ich biete Beratung, Konzeption und Training an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Web an: Online Kommunikation, Website-Optimierung, Ideen fürs Social Web.  In einem früheren Leben war ich Buchhändlerin und in Verlagen in Vertrieb, Marketing, Unternehmenskommunikation und als Online Manager tätig. Viele meiner Kunden sind aus der Buchbranche.
Bei Twitter findet man mich als @sinnundverstand, bei Facebook auf  facebook.com/sinnundverstand.

Was ist Wortweide.de?
Die Wortweide ist eine Plattform, auf der sich seltene, vom Aussterben bedrohte, außergewöhnliche wie auch alltägliche Wörter tummeln. Die Wortweide verbindet Sprachspielkinder,  Spürnasen und Liebhaber von Wörtern.  Sie ist eine Idee der Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt und id3 Werkstatt für digitale Gestaltung.
Wir sind am 7. März mit einer Beta-Version gestartet und während ich dies schreibe, wurden 1355 Wörter auf die Wortweide gestellt.

Wie funktioniert  Wortweide.de?
Die Wortweide ist in Flash programmiert. Wofür wir auch schon Schelte bekamen. Allerdings gab es einige gute Gründe für uns, Flash zu wählen. Diese lagen in der Team-Zusammensetzung, die Möglichkeiten, in Flash unsere Idee so umzusetzen, wie wir uns das vorstellten und nicht zuletzt in einem schmalen Budget. HTML5-Entwickler sind zudem (noch) rar.

Um auf der Wortweide mitzumachen, legt man entweder einen neuen Account unter Angabe von Namen und E-Mail-Adresse an oder registriert sich mit Facebook-Account. Sobald man angemeldet ist, kann man Wörter hinzufügen, Patenschaften für Wörter übernehmen, diese kommentieren und Wörter per Mail, Twitter oder Facebook teilen. Für die Wortweide haben wir noch haufenweise Ideen und planen die kontinuierliche Weiterentwicklung der Seite.

Welche Idee steckt dahinter?
Von jeher fasziniert mich Sprache und ich bedaure, dass unser Alltags-Wortschatz in der Regel recht begrenzt ist. Viele Wörter führen ein bescheidenes Dasein und finden wenig Beachtung. Diese Wörter werden auf der Wortweide geehrt, mit Freunden geteilt und in Erinnerung gebracht. Aber auch Eigenkreationen und ganz banale Wörter sind willkommen.
Zudem verbinden Wörter natürlich auch Menschen miteinander. Wir bauen die Funktionen weiter aus und es sollen künftig auf der Wortweide Mini-Communities entstehen, die sich über die Wertschätzung einzelner Wörter finden.

Für das Spielkind in uns gibt es einen zusätzlichen Anreiz, Wörter auf die Weide zu stellen und Patenschaften zu übernehmen: In einer Rangliste werden die beliebtesten Wörter mit den meisten Paten angezeigt.

Die erfolgreichsten Wortagenten werden in einer anderen Rangliste geführt, wobei man sowohl für das Aufspüren von Wörtern und die Übernahme von Patenschaften Punkte bekommt als auch dafür, wie viele Paten man für aufgespürte Wörter begeistern kann. Wir haben Ehrungen „Beliebtestes Wort auf der Wortweide“ und „Wortagent des Jahres“ im Hinterkopf …

Für die Finanzierung des Ausbaus der Seite und der Umsetzung unserer Ideen für die Wortweide entwickeln wir derzeit ein Geschäftsmodell. Augenblicklich feilen wir an der Visualisierung von Werbemöglichkeiten. Auch Kooperationspartner sind willkommen.

Wie bist Du/seid Ihr auf die Idee gekommen?
Die Idee manifestierte sich Anfang 2010 in einer Besprechung mit Michael Gehlen von der id3 Werkstatt für digitale Gestaltung zu meiner Website für die Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt. Für diese hatte ich die wolkige Idee, eine Ecke für vom Aussterben bedrohte Wörter zu schaffen. Plötzlich ratterten unsere Hirne los: Mit funkelnden Augen peitschten wir uns gegenseitig beflügelnd immer weiter, Michael rief „Wortweide!“ und die Idee war geboren. Und uns war rasch klar, dass wir mit der Wortweide eine Idee haben, die weit mehr sein kann als nur eine Unterseite meiner Sinn und Verstand-Website. Mit der tatkräftigen Unterstützung eines Mediendesigners und eines Flash-Entwicklers haben wir uns dann der Umsetzung dieser Idee gewidmet.

Zwischen entsetzt und freudig erschreckt war ich, als zu Beginn dieses Jahres auf Twitter das Mem #schoenesWort um sich griff. Aber #schoenesWort versammelt „schöne“ Wörter in einer reinen Liste. Wenn auch das Grundanliegen ähnlich ist, lässt sich hoffentlich erkennen, dass es zwei unterschiedliche Projekte sind. Die völlig unabhängig voneinander entstanden sind. Virtuellen Lebensraum für Sprache und Wörter kann es meiner Meinung nach nicht genug geben und es ist doch klasse, wie groß das Interesse an Wörtern und Sprache im Social Web ist :-).

Wie ist die Resonanz bisher?
Wir haben in den ersten drei Tagen – neben den vielen fabelhaften, neuen Wörtern auf der Wortweide – wunderbares Feedback über Twitter, Facebook und per Mail erhalten. Wie auch hilfreiche Unterstützung beim Finden von Bugs und Vorschläge, wie sich die Wortweide noch verbessern und ausbauen lässt. Es werden munter Wörter eingestellt. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und freue mich über neue Wortagenten und Wörter!

http://www.wortweide.de
Wortweide bei Twitter: @wortweide
Wortweide bei Facebook: facebook.com/wortweide

 

6 Responses zu "Wortweide – die Spielwiese für Sprachspielkinder und Wortliebhaber: Interview mit Wibke Ladwig"

1 | Wibke Ladwig

März 10th, 2011 at 08:15

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Herzlichen Dank, Tim! Fürs Interview und deine fabelhaften Wörter :-).

2 | Ute Vogel

März 10th, 2011 at 11:45

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Es gibt/gab auch die Wortarche auf Twitter http://twitter.com/#!/wortarche, initiiert von @leah_herz und @thomasmalkowski . Scheint aber inzwischen eingeschlafen zu sein. Und die Wortweide ist schon richtig toll gemacht! :)

3 | Wibke Ladwig

März 10th, 2011 at 12:14

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Etwa 24 Stunden, nachdem ich das Interview gab, waren es übrigens schon doppelt so viele Wörter (aktuell: 2.655) …

4 | No Gravatar

März 10th, 2011 at 12:25

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@Ute Danke für den Tipp – direkt mal abonniert

@Wibke Da geht es ja richtig zur Sache. Das freut mich für Euch!

5 | Interessante Schreibprojekte - Wortweide | Autorin Karin Sebelin

Juli 5th, 2011 at 18:22

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[…] Kommunikation-zweinull.de gibt es ein schönes Interview mit der Erfinderin und Gründerin der “Wortweide”, Wibke […]

6 | Tag der deutschen Sprache und die Wortweide | Spreeglitzer

September 8th, 2012 at 13:04

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[…] Wibke Ladwig, Inhaberin der Kölner Agentur Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt. Hier ein Interview mit ihr zu diesem […]

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Tim Krischak

Tim Krischak

...kommt aus Essen, arbeitet als freier Berater für Digitale Kommunikation und schreibt hier seit 2008 über Kommunikation in der neuen Medienwelt.

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Kontakt:
Tel. 0201-536 921 47

E-Mail: tim@krischak.net



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