Kommunikation – zweinull


Digitale Kommunikation, Social Media, Beratung & Training

17 Dez, 2010

Yahoo stellt delicious ein: Warum mir Diigo besser schmeckt

Posted by: Tim Krischak In: Social Media-Tools|Wissensmanagement

Social Bookmarking Dienste sind eine feine Sache. Statt Lesezeichen lokal auf dem Rechner zu speichern legt man sie im Internet ab, versieht sie mit Schlagworten und teilt sie mit einer Community. Und auch bei der Recherche können Social Bookmark-Services gute Dienste leisten. Im Gegensatz zu einer Google-Suche liefern sie die relevanteren Suchergebnisse. Denn die Daten werden mit Hilfe von menschlicher Intelligenz (Folksonomy) indiziert. Deshalb ist Social Bookmarking für viele ein zu einem Werkzeug für das persönliche Wissensmanagement geworden.

Das Ende für Delicious
Einer der ältesten und bekanntesten Bookmarking Dienste ist Delicious. Den Service gibt es seit 2003 und er wurde 2005 von Yahoo übernommen. Mittlerweile ist der Service in die Jahre gekommen, denn Yahoo hat Delicious nicht weiterentwickelt. Gestern wurde bekannt, das Yahoo Delicious einstellen will.

Nun gibt es Nutzer, die seit Jahren mit Delicious ihre Bookmarks organisieren. Zum Glück bietet Delicious, so wie die meisten Bookmarking-Dienste, die Möglichkeit seine Daten zu exportieren, um sie zu einem anderen Anbieter übertragen zu können. Nur zu welchem?

Diigo als Delicious-Alternative
Eine gute Alternative zu Delicious ist Diigo. Diigo steht für „Digest of Internet Information, Groups and Other stuff“. Der Sevice ist eine Art Schweizer Taschenmesser für Webfundstücke, denn  es gibt es eine ganze Menge nützlicher Features. Im Gegensatz zu Delicious wurde Diigo kontinuierlich weiterentwickelt (derzeit Diigo v5.0).

Ich nutze den Service schon seit einiger Zeit und möchte Euch ein paar Highlights vorstellen.

Community und Gruppenfunktionen
Diigo bietet eine ganze Reihe sehr nützlicher Gruppenfunktionen, die den Service auch für Teams interessant machen. So lassen sich zum Beispiel Gruppen anlegen und bequem verwalten. Die Einstellungsmöglichkeiten und Features sind vielfältig.

Leselisten erstellen
Beim Speichern des Lesezeichens hat man die Möglichkeit die Fundstelle mit „read later“ zu markieren. Die Lesezeichen einer Leseliste hinzugefügt, die man zu einem späteren Zeitpunkt abarbeiten kann.

Textstellen annotieren
Man kann bei Diigo nicht nur ganze Dokumente mit einem Lesezeichen versehen, sondern auch einzelne Textstellen markieren. Der Textteil wird wie mit einem Textmarker markiert und mit einem längeren Kommentar versehen werden. Das Ganze wird im Anschluss mit Tags versehen und gespeichert.

Die Fundstellen tauchen gemeinsam mit den Bookmarks in der Lesezeichenliste oder Tag-Cloud auf und können über die vergebenen Schlagworte leicht wieder gefunden werden.
Um diese Funktion zu nutzen installiert man das Browser-Plugin/Bookmarklet, dass für die gängigen Browser verfügbar ist.

Und jetzt kommt der Clou
: Mit Hilfe des Bookmarklets werden die Notizen der anderen Nutzer auf den annotierten Seiten angezeigt, so dass man sehen kann welcher Kommentar zu einer Textstelle hinterlassen wurde. Die Annotationen kann man nicht nur lesen, sondern auch kommentieren.

Ob die eigenen Notizen für andere Nutzer sichtbar sein sollen oder nicht, kann man selbstverständlich selbst entscheiden. Denn Annotationen und auch Bookmarks lassen sich öffentlich oder privat speichern.

Wie das Ganze aussieht seht Ihr in diesem Video:

Die meisten iPhone und iPad Apps haben eine Anbindung an Diigo, so dass man Links aus Twitter-Clients oder RSS-Readern direkt bei Diigo ablegen kann.

Ich nutze den Service nun schon seit ca. 2 Jahren, bin sehr zufrieden und habe meinen Workflow verbessern können. Mein Profil bei Diigo findet Ihr hier. Dort teile ich meine Web-Fundstücke.

Eine Anleitung wie Ihr Bookmarks von Delicious nach Diigo exportieren könnt gibt es hier.

Möglicherweise ist auch Mister Wong eine gute Delicious-Alternative. Nach dem Relaunch sind  neue Features hinzugekommen, die ich aber nicht im Detail kenne.

Eine Anleitung wie Ihr Eure Delicious Lesezeichen retten könnt gibt es hier.

3 Responses zu "Yahoo stellt delicious ein: Warum mir Diigo besser schmeckt"

1 | MyPaed

Dezember 18th, 2010 at 15:02

Avatar

Eine weitere Alternative wäre auch bibsonomy.org. BibSonomy wird vom Fachgebiet Wissensverarbeitung der Universität Kassel betrieben. Es bietet einen delicious-Import an. Das Besondere an BibSonomy ist, dass man hier gleichzeitig Literatur verwalten kann. Tags für Publikationen und Lesezeichen werden in einer Tag-Cloud gespeichert, das erleichtert die thematische Suche…

2 | ChristianNo Gravatar

Dezember 18th, 2010 at 22:42

Avatar

Es wurde ja jetzt bekannt, dass delicious nicht eingestellt werden wird sondern verkauft wird. Somit ist eine flucht derzeit noch nicht nötig, obwohl diigo sehr interssant kling.

3 | Social Bookmarks auf der Flucht: Lösungen für Delicious « c/o operative

Dezember 20th, 2010 at 13:11

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[…] und durch seine vielen ausgefeilten Features als Schweizer Messer gilt. Tim Krischak spricht auf Kommunikation – zweinull für viele, die Diigo schon lange als die bessere Alternative zu delicious […]

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Tim Krischak

Tim Krischak

...kommt aus Essen, arbeitet als freier Berater für Digitale Kommunikation und schreibt hier seit 2008 über Kommunikation in der neuen Medienwelt.

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Kontakt:
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E-Mail: tim@krischak.net



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  • Thomas: Für die grafische Benutzerüberfläche gibt es ferret (http://www.ferret-go.com/). Hier werden Ergebnisse dauerhaft gespeichert. Es arbeitet mit Sent
  • Tim Krischak: Danke für den Tipp. Das scheint lediglich ein weiterer Alert-Service zu sein. Da fehlen mir zum glücklich sein die Speicherung der Ergebnisse, eine